14.02.2026
Es ist falsch, die Wasserkraftwerke an der Emme pauschal zu verbieten oder zurück zu bauen. Gerade in Zeiten von Klimawandel, Energiekrisen und geopolitischen Unsicherheiten brauchen wir erneuerbare, regionale Energiequellen. Wasserkraft ist eine der zuverlässigsten Formen nachhaltiger Stromproduktion und leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit. Ein Verbot würde bedeuten, auf saubere, einheimische Energie zu verzichten und stattdessen stärker auf fossile oder importierte Energieträger zurückzugreifen. Moderne Anlagen können so geplant und betrieben werden, dass ökologische Auswirkungen minimiert werden – etwa durch Fischaufstiege, Geschiebedurchlässigkeit, angepasste Restwassermengen und sorgfältige Umweltverträglichkeitsprüfungen. Statt eines generellen Verbots sollte man daher auf technische Innovation, strenge Auflagen und Ausgleichsmaßnahmen setzen. Was auch falsch ist, ein Wasserbau Projekt gegen ein anderes auszuspielen. Es braucht sowohl die Gross, wie die Klein-Wasserprojekte.
Noch unverständlicher wird ein solches Verbot, wenn man gleichzeitig an der Nutzung von Atomstrom festhält. Wenn es darum geht, Risiken für Mensch und Umwelt zu minimieren, wäre es deutlich konsequenter, die Atomenergie zu hinterfragen. Atomkraft birgt erhebliche Gefahren: Von der Möglichkeit schwerer Unfälle mit langfristigen, grenzüberschreitenden Folgen bis hin zur ungelösten Endlagerfrage für hochradioaktiven Abfall, der über Jahrtausende sicher verwahrt werden muss. Diese Last wird kommenden Generationen aufgebürdet. Zudem sind Bau und Rückbau von Kernkraftwerken extrem teuer und dauern Jahrzehnte, während Investitionen in erneuerbare Energien schneller Wirkung zeigen und regionale Wertschöpfung fördern.
Wasserkraftwerke hingegen produzieren kontinuierlich Strom ohne CO₂-Emissionen im Betrieb, stärken die lokale Wirtschaft und machen unabhängiger von internationalen Brennstoffmärkten. Ihre Technik ist bewährt und langfristig kalkulierbar. Wer wirklich eine nachhaltige Energiepolitik betreiben will, sollte erneuerbare Quellen wie die Wasserkraft fördern und gleichzeitig schrittweise aus riskanten Technologien wie der Atomkraft aussteigen. Ein Verbot der Wasserkraft an der Emme wäre daher ein Schritt in die falsche Richtung – ökologisch, wirtschaftlich und energiepolitisch.